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29. September, 2017

Ein aufmerksamer Junge und ein glücklicher Junge


Zum letzten Waldtag, am Mittwochnachmittag, war ich mit meinen Freunden aus der Schule, Frau Gleich, Herrn Hänsel und Herrn Burkert in der Laubigt. Dort spielten wir mit Stöcken, Steinen und allem Möglichen, was wir so fanden. Auf einmal entdeckten wir ein weißes Fahrrad. Mitten im Wald lag das rum. Wir staunten und wunderten uns. Was macht denn das Fahrrad hier, fragten wir Herrn Hänsel und Frau Gleich. Wir Kinder wollten es mit in die Schule nehmen, aber die Erzieher sagten, dass wir es lieber liegen lassen sollten. Es könnte ja einem Pilzsammler gehören.

Abends beim Essen zu Hause erzählte ich meiner Mama von diesem Fahrrad. Sie guckte mich ganz komisch und erstaunt an. Dann sprang sie auf und suchte nach dem Telefonbuch. Irgendwann erzählte sie mir dann endlich mal, warum sie so aufgeregt war. Einem Jungen von ihrer Arbeitskollegin wurde einen Tag vorher das Fahrrad gestohlen. Es stand vor der Haustür und war abgeschlossen und trotzdem hatte es einfach jemand mitgenommen. Bloß gut, dass ich ihr alles ganz genau beschrieben hatte. Denn so fuhren meine Mama und ihre Arbeitskollegin zeitig am Donnerstagmorgen halb acht in die Laubigt. Beide suchten das Fahrrad, aber ohne Erfolg. Sie waren ganz traurig und wollten schon aufgeben. Da hatten sie noch eine Idee. Sie fuhren zu Herrn Burkert nach Hause und wollten ihn fragen, wo genau das Fahrrad lag. Er lachte und sagte, dass sie das Fahrrad im Wald nicht mehr finden konnten, weil er es noch am Nachmittag zu sich nach Hause geholt hatte. Die Kollegin meiner Mama war überglücklich und bedankte sich bei Herrn Burkert für seine große Hilfe. Sie nahm das Fahrrad mit nach Hause und überraschte ihren Sohn nach der Schule damit.

Für mich gab es auch eine kleine Überraschung. Weil ich so aufmerksam war und zu Hause von unserer Entdeckung erzählte, bekam ich einen Gutschein für den Bücherladen als Dankeschön von der Familie. Später erzählte mir meine Mama noch, dass der Junge weinte, als das Fahrrad gestohlen wurde und wieder weinte, als es wieder da war!

erlebt und niedergeschrieben von: Frederik Schmidt (Klasse 4)